Technik
Angetrieben wird die Transall von
zwei Rolls-Royce Tyne Mk.22
Turboprop-Triebwerken, die jeweils über
ein Untersetzunggetriebe einen
Vierblatt-Propeller antreiben. Der
Propeller, der hydromechanisch
verstellbar ist und einen Durchmesser
von 5,486 m hat, besteht in der D- und
F-Version aus Aluminium. Bei Teilen der
NG-Version besteht der linke Propeller
aus Verbundmaterial. Die
hydromechanische Verstellung der
Propeller erfolgt über einen Bereich von
+85° = Segelstellung bis zur
Bremsschubstellung (Reversion) = -15°
(-15 Grad) automatisch über die
Leistungshebel. Mit
Wasser-Methanol-Einspritzung kann ein
Leistungsverlust der Triebwerke bei
Temperaturen größer ISA bis zu ISA +19
Grad Celsius ausgeglichen werden.
Die Transall besitzt außerdem noch
eine Hilfsturbine (GTG =
Gasturbinengenerator) in der linken
Fahrwerksgondel. Diese versorgt das
Flugzeug am Boden vor dem Anlassen der
Haupttriebwerke mit elektrischer
Energie, Druckluft (Klimaanlage, TRW
anlassen und TRW vorwärmen) und
Hydraulikdruck. In der Luft wird die
Hilfsturbine nur in Notfällen betrieben,
da im Flug die Energieversorgung von den
Haupttriebwerken sichergestellt wird.
Cockpit und Frachtraum werden von
einem Normalair-Garrett-System
druckbelüftet (0,32
bar). Zwei separate Hydrauliksysteme
(Druck 210 bar) für die Flugsteuerung.
Elektriksystem mit fünf Generatoren.
Umfangreiche Funkausstattung. Cockpit je
nach Modell mit konventionellen
Instrumenten oder Bildschirmen. Ein Teil
der Luftwaffen-Transalls erhält das
AN/AAR-54(V)-Raketenwarnsystem von
Northrop Grumman.
Die Versionen D und F besitzen 4
Tanks (jeweils zwei im linken und
rechten Flügel) die zusammen 16.410
Liter Kerosin fassen können. Die
NG-Version besitzt größere Flächentanks
und einen zusätzlichen Tank im
Tragflächenmittelstück. Diese fünf Tanks
fassen zusammen 28.050 Liter. Auch ist
die NG mit einem Luftbetankungsrohr
ausgestattet, das ihr somit eine
strategische Reichweite ermöglichte.
Beladen wird die Transall über die
hintere Laderampe, welche nach
vorherigem Öffnen des Ladetors, bis zum
Boden abgesenkt werden kann. Der
Laderaum selbst, ausgelegt nach dem
internationalen Eisenbahnprofil, ist
13,5 m lang, 3,15 m breit und besitzt
eine Höhe von 2,98 m. Fracht: Paletten
oder Container bis insgesamt 16.000 kg.
Fahrzeuge wie Lastwagen (ein Fünftonner
oder zwei Dreitonner), Jeeps oder
mehrere Kleinpanzer Wiesel (vier Wiesel
1 bzw. zwei Wiesel 2). Lasten bis 8.000
kg können abgeworfen werden.
Beim Personentransport stehen maximal
93 Sitzplätze zur Verfügung. Ist die
Maschine für das Absetzen von
Fallschirmjägern ausgerüstet, können 61
bis 81 Soldaten abgesetzt werden. Bei
Medevac Einsätzen finden 62
Krankentragen mit vier Betreuern Platz.
Die Transall soll ab 2010 vom Airbus
A400M abgelöst werden. Da die Maschinen
wahrscheinlich schon vor diesem Termin
aus dem Verkehr gezogen werden müssen,
hat sich die deutsche Luftwaffe
entschieden, als Übergangslösung sechs
Antonow An-124-100 zu chartern. Lockheed
Martin hat der Bundesregierung zudem ein
Leasingangebot für vier C-130J Hercules
unterbreitet.