Erfolgsstory




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Die erste Generation (NA)

Als der Mazda MX-5 anlässlich des Automobilsalons '89 in Chicago der Öffentlichkeit präsentiert wurde, war die Sensation perfekt. Im gleissenden Scheinwerferlicht stand die Reinkarnation des klassischen Roadsters und verkündete in den Farben Marineblau, Kristallweiss und Rot von der Wiedergeburt einer Gattung, die Fahrvergnügen nicht mit der Anzahl Ventile eines Autos gleichsetzte, sondern sich auf die althergebrachte Formel der Beschränkung aufs Wesentlichste verbunden mit den für einen Sportwagen essentiellen Attributen des Hinterradantriebs und einer erstklassigen Aufhängung besann.

Skizzen Carosserie (weitere Bilder) Skizzen Interierur (weitere Bilder) Prototypen (weitere Bilder)

Die Initialzündung für den "Miata", wie er in den USA genannt wird, war Anfang der 80er-Jahre aufgrund eines zwischen Mazda Tokyo und dem Research and Design Center von "Mazda of North America" in Irvine, Californien ausgetragenen Wettbewerbs um die Kreation eines kleinen Sportwagens erfolgt. Eingedenk der Tatsache, dass nach dem grossen englischen Roadstersterben zu Beginn der 70er-Jahre, einem vom generellen Niedergang der einst mächtigen britischen Automobilindustrie eingeleiteten und durch Sicherheitsapostel vollendeten Vorgang, der Alfa Romeo Spider als einziger Grossserien-Roadster seit seiner Konzeption anno 1966 ein höchst gefährdetes Dasein fristete, stand es um die Aussichten des amerikanischen Teams um Tom Matano, dem "Vater" des Miata, nicht zum Besten, zumal sich der japanische Vorschlag eines Frontmotor-Coupés eng an die gängige Konstruktionsphilosophie hielt. Bob Hall, der Produkte-Planer, meinte dazu: "Das grösste Problem war für mich, die Leute davon zu überzeugen, dass ein Markt für das Auto existierte. Das war wirklich eine Knacknuss, weil die angestammte Logik besagte: Sie bauen die MGBs nicht mehr, sie bauen die TR-7 nicht mehr, der Markt ist verschwunden. Die Leute wollen diese Autos nicht."

Schon im ersten (halben) Produktionsjahr votierten 45'266 Enthusiasten für den in Hiroshima gebauten Roadster, der mit seiner beinahe perfekten Gewichtsverteilung, einer Masse von unter einer Tonne, seinem minimalistischen Schaltknüppel und dem einhändig versenkbaren Stoffdach für die Fahrt unter freiem Himmel und über kurvige Strassen massgeschneidert ist. Wenn der Mazda MX-5 eines bewiesen hat, dann ist es die Tatsache, dass ein erfrischendes automobiles Sportgerät nicht über Unmengen von Leistung und einen astronomischen Preis verfügen muss; vielmehr kann es auch durch seine Agilität und mechanisch präzise Zwiesprache mit dem Fahrer dessen Zentralnervensystem bis in die Kontaktflächen der Reifen erweitern.

Der mutige Schritt, eine von Grossserienmodellen abgeleitete Kompromisslösung vermieden zu haben, konnte vielleicht nur von einer Firma kommen, die mit dem in "Le Mans" siegreichen Wankel-Motor und dem Miller-Zyklus immer wieder eigene Wege ging. So gelang es, einer ganzen Generation über ihre Roadster-Amnesie hinwegzuhelfen und ein Automobil zu schaffen, das als Wegbereiter für eine beinahe verblichen geglaubte Sportwagen-Kultur epochale Bedeutung hat.

Die zweite Generation (NB)

Eine Zeichnung aus dem Studio von Hiroshima.

Mazda hatte mit dem MX-5 offensichtlich eine gute Formel gefunden. Innerhalb weniger Jahre verkaufte sich der Wagen mehr als 400.000 mal. Doch bald wurde allen Beteiligten klar, dass dieses erfolgreiche Modell eine Überarbeitung benötigte.

Obwohl sich das Modell in Europa noch gut verkaufte, gingen die Absatzzahlen in den USA leicht und in Japan rapide zurück. Die erste Modellgeneration hätte vermutlich auf diesem Niveau weiter laufen können, doch es war offensichtlich, dass der ältere Wagen nicht den schärferen Crash-Vorschriften des Jahres 1999 erfüllen würde.

Mazda beauftrage daher die technischen Entwicklungszentren in Japan (Hiroshima und Yokohama), den USA (MRA in Kalifornien) und Deutschland (das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum in Oberursel), Ideen für einen Nachfolger vorzulegen. Im Lastenheft hiess es, dass der Roadster weiterentwickelt werden sollte, ohne seinen Charakter zu verlieren.

Ein weiterer Entwurf aus Hiroshima mit Klappscheinwerfern. Doch die allgemeine Meinung wendete sich gegen diese Beleuchtung und es wurden nur einige Tonmodelle ausgeführt.

 

Weitere Studien und Vorschläge aus Hiroshima, Yokokama und Deutschland

 

Die dritte Generation (NC)

 

Bei fast jedem von Grund auf neuen Automobil besteht heute die Gefahr, angesichts verschärfter Sicherheitsbestimmungen und gewachsener Komfortansprüche der Kunden kräftig an Gewicht zuzulegen. Mazda wollte diese Spirale zurückdrehen – und hatte Erfolg.

Bei der Entwicklung des neuen Mazda MX-5 erklärte Mazda Leichtbau zur obersten Tugend. Als Folge bringt die dritte Generation des Kult-Roadsters trotz stärkerer Motoren, des erstmaligen Einbaus von Seiten-Airbags, größerer Räder, einer weiter angereicherten Grundausstattung und einer verstärkten Rohkarosserie nur zehn Kilogramm (abhängig von der Version) mehr auf die Waage als sein Vorgänger. Damit wahrt der Zweisitzer die Aura des flinken, handlichen Roadsters, für dessen Heckantrieb auch weiterhin durchzugsstarke und verbrauchsarme Vierzylinder-Motoren ausreichen. Auch das Stoffverdeck wird wie gewohnt per Hand bedient – so vermied Mazda die gewichtsintensivere Lösung eines elektro-hydraulisch betätigten Dachs.
 

Weitere Informationen zum NC findet ihr im NC Portal: